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Alt 19-11-2006, 20:04   #61
Benjamin
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Kissinger: Iraq Military Win Impossible
By TARIQ PANJA, Associated Press Writer
8:15 AM PST, November 19, 2006



LONDON -- Military victory is no longer possible in Iraq, former Secretary of State Henry Kissinger said in a television interview broadcast Sunday.

Kissinger presented a bleak vision of Iraq, saying the U.S. government must enter into dialogue with Iraq's regional neighbors -- including Iran -- if progress is to be made in the region.

"If you mean by 'military victory' an Iraqi government that can be established and whose writ runs across the whole country, that gets the civil war under control and sectarian violence under control in a time period that the political processes of the democracies will support, I don't believe that is possible," he told the British Broadcasting Corp.

But Kissinger, an architect of the Vietnam war who has advised President Bush about Iraq, warned against a rapid withdrawal of coalition troops, saying it could destabilize Iraq's neighbors and cause a long-lasting conflict.

"A dramatic collapse of Iraq -- whatever we think about how the situation was created -- would have disastrous consequences for which we would pay for many years and which would bring us back, one way or another, into the region," he said.

Kissinger, whose views have been sought by the Iraqi Study Group, led by former Secretary of State James Baker III, called for an international conference bringing together the permanent members of the United Nations Security Council, Iraq's neighbors -- including Iran -- and regional powers like India and Pakistan to work out a way forward for the region.

"I think we have to redefine the course, but I don't think that the alternative is between military victory, as defined previously, or total withdrawal," he said.

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Da gibt es ein Problem für Bush:

Bush kann die beiden folgenden Ziele nicht gleichzeitig erreichen:
a) Iran mit einem Luftangriff infrastrukturell um Jahre zurückzubomben einerseits
b) Irak-Rückzug der US-Truppen im Rahmen eines multilateralen Ansatzes, der moslemische Regionalmächte - einschließlich Iran - einbindet, andererseits.

Er kann auch kaum nacheinander zuerst a) und dann b) versuchen durchzuführen, weil b) nach einem a) nicht mehr funktioniert.

Bush wird sich entscheiden müssen, ob a) oder b) durch die USA angegangen werden sollen.

Wenn er sich nicht entscheidet und die Dinge treiben ließe, dann würde er nicht nur zu einer lahmen Ente, sondern zu einer traurigen Figur.

Option b) wäre für Bush eine dicke Kröte zum schlucken. Die USA müßten anerkennen, dass sie selber nicht mehr die omnipotente, unbesiegbare Hegemonialmacht sind, sondern nun tatsächlich in einem Schlamassel stecken, aus dem sie ohne Hilfe von muslemischen Staaten wie Syrien, Iran, Pakistan, Türkei etc. nicht mehr herauskommen. Wie demütigend! Die USA wären u. U. gezwungen, eine Irak-Lösung zu akzeptieren, die für viele US-Amerikaner einer Entwertung des US-Truppeneinsatzes im Irak gleichkäme - um nur die eigenen US-Soldaten da herauszuholen.

Die Sturheit Bush's könnte in der Tat bewirken, dass er sich durch den US-Geheimdienst irgend einen Vorwand konstruieren läßt, um sich für die Medien eine Legitimation zu einem US-Überfall auf Iran zurechtzuzimmern. Ich rede hier von einem "Bush-Gate", also einer bewußten Lügenkampagne eines US-Präsidenten gegen seine gesamte Bevölkerung.

Durch eine Schwächung der aufmüpfigen Regionalmacht Iran (die als potentielle echte Gefahr angesehen wird) die eigene Hegemonialmachtposition aufrecht erhalten - oder jedenfalls verlängern.

Vermutlich braucht er für so einen US-Überfall auf Iran nicht einmal eine Extraportion Geld - die würde er von dem neuen US-Kongress ohnehin nicht mehr bekommen. Irgend eine Gesetzeslücke, wie so ein Angriff auch ohne Kongress-Billigung durch Bush legitim befohlen werden kann, werden Bush's Juristen schon finden.

Geändert von Benjamin (19-11-2006 um 20:13 Uhr)
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