Alt 23-02-2020, 13:24   #1
Benjamin
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Coronavirus-Pandemie

21.02.2020

IFW-PRÄSIDENT IM INTERVIEW
Gabriel Felbermayr warnt vor den Folgen des Coronavirus für die Weltwirtschaft
IfW-Chef Felbermayr schätzt die Risiken des Coronavirus als enorm ein. Die jetzige Krise könne der Beginn einer weniger globalisierten Weltwirtschaft sein.

von Dr. Jens Münchrath,
Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik...C02nPfV6Rc-ap2
https://www.handelsblatt.com/politik.../25563140.html
Alle folgenden Zitate stammen aus diesem o. g. Artikel siehe Link-Quellen, Texthervorhebungen sind von mir hinzugefügt:

Zitat:
Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr, sieht in der Corona-Epidemie „die größte Bedrohung für die Weltwirtschaft, sowohl was den Handel als auch das Wachstum angeht“. „Die jetzigen Entwicklungen in China zeigen plötzlich, wie fragil das System ist“, sagt Felbermayr im Interview mit dem Handelsblatt. „Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass das Virus sich als Lehman-Moment erweisen könnte, so der Wirtschaftswissenschaftler.
Zitat:
„Die Bedrohung trifft auf eine Weltwirtschaft, die schon jetzt zwei Schwächen aufweist: Einerseits befinden wir uns am Rande einer globalen Industrierezession, wobei Deutschland überdurchschnittlich belastet ist. Andererseits war auch der Welthandel im vergangenen Jahr schon rückläufig, als es die Epidemie noch gar nicht gab“, erklärt der Ökonom. Jetzt komme noch dieser Schock dazu.
Zitat:
Gerade die deutsche Wirtschaft ist international so vernetzt und produziert stark in China. Es wird zu Produktionseinschränkungen in den kommenden Wochen, womöglich sogar zu Produktionsstopps kommen und damit auch zu Lieferproblemen – und zwar in einer ganzen Reihe von Branchen. Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern auch in Korea, Taiwan und Japan, abgeschwächt sogar in den USA.
Zitat:
Das heißt für Ihre Wachstumsprognose?
In der Summe rechne ich aus jetziger Sicht für Deutschland in diesem Jahr mit Wachstumseinbußen von 0,2 Prozentpunkten auf dann nur noch 0,9 Prozent. Voraussetzung allerdings ist, dass die Effekte von Corona sich auf das erste Quartal beschränken und dass China trotz der Krise immer noch im Gesamtjahr um fünf Prozent wächst. Das allerdings scheint aus jetziger Sicht wenig wahrscheinlich.
Zitat:
Wie erklären Sie sich, dass sich die Börsen trotz dieser Szenarien so schnell erholt haben?
Gute Frage, eine wirklich gute Erklärung fällt mir da schwer. Schon seit zwei, drei Jahren haben sich die Aktienmärkte von der Realwirtschaft abgekoppelt. Ich kann mir das eigentlich nur mit Liquiditätsschwemme durch die Notenbanken erklären. Die Märkte erwarten, dass die Zentralbanken die Zinsen noch weiter drücken.

Mich würde es nicht wundern, würde die EZB bei einer weiteren Verschärfung der Chinakrise den Leitzins auf bis zu minus 0,5 senken. Das heißt, die Notenbanken schaffen die Basis für diese Entkopplung von der Realwirtschaft.
Zitat:
[B]China war immer unter der Voraussetzung politisch stabil, dass es sein Wachstumsversprechen einlösen kann. Im Moment stellt sich die Frage, ob die Kommunistische Partei das künftig noch leisten kann.

Sollte es eine deutliche Verringerung des Wachstums oder sogar eine Rezession geben, wird das die Handlungsspielräume der Regierung in Peking massiv einschränken. Solche Aufstände, wie wir sie in den vergangenen Monaten in Hongkong gesehen haben, könnte es dann in vielen der reicheren Küstenstädte geben. Das ist ein enormes Stabilitätsrisiko für das Regime und führt zu einer latenten Instabilität.
Zitat:
Fakt ist: Nicht nur die Handelskonflikte bremsen den internationalen Warenaustausch, sondern auch Pekings Kampf gegen die Epidemie. Sehen Sie nachhaltige Effekte? Erleben wir derzeit womöglich eine Zeitenwende, eine Rückabwicklung der Globalisierung?
Diese Wende erleben wir schon mindestens seit zehn Jahren.
Seit 2008 wächst die globale Industrieproduktion schneller als das Volumen des Welthandels. Vorher war es jahrzehntelang genau umgekehrt. Seit 2008 erleben wir also eine Deglobalisierung, wenn auch in den Auswirkungen noch recht moderat. Vor Donald Trump waren es die nicht tarifären Handelsbarrieren, die bremsend wirkten, mit Trump kommen die steigenden Zölle hinzu.

Und dann gibt es noch den Trend, dass die Höhe der Löhne nicht mehr ganz so entscheidend ist für die Höhe der Kostenpositionen der Unternehmen, da die Produktionsmethoden kapitalintensiver sind. Auch die Angst vor einer Epidemie wird die Mobilität der Menschen einschränken. Manager werden sich überlegen, welche Reiserisiken sie noch eingehen. Dieser psychologische Effekt wird den Deglobalisierungstrend verschärfen.
Zitat:
die globale Wirtschaftsdynamik nicht empfindlich dämpfen, weil die Effizienzgewinne, die durch die internationale Arbeitsteilung entstehen, verschwinden?
Den Trend sehen wir ja schon länger,
und das Coronavirus wird ihn beschleunigen. Der nächste Rückschlag für den Welthandel ist schon absehbar, nämlich wenn wir zu einer realistischen Bepreisung der CO2-Emissionen im internationalen Transport kommen werden. Die Containerschiffe verbrennen steuerfrei Diesel, Flugzeuge verbrauchen steuerfrei Kerosin. Das wird nicht so bleiben. Die Zeichen stehen also klar auf Entschleunigung des Welthandels.
Zitat:
Und das Virus könnte so eine Art Game-Changer der Globalisierung sein?
Ja, die jetzigen Entwicklungen in China zeigen plötzlich, wie fragil das System ist. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass das Virus sich als Lehman-Moment erweisen könnte.
Wie bei der Pleite der US-Investmentbank 2008 ist das Selbstverständliche plötzlich nicht mehr selbstverständlich. Auch das Exportland Deutschland wird damit klarkommen müssen, dass stabile Lieferketten keine Selbstverständlichkeit mehr sind und dass China nicht immer ganz selbstverständlich tolle Wachstumsraten liefert.
Zitat:
Das heißt, die neuen Unsicherheiten könnten so schwere Folgen haben wie die Finanzkrise?
Allein das Bewusstsein für eine neue Fragilität kann einschneidende Effekte haben. Auch die Lehman-Pleite hatte nicht nur das Austrocknen der Finanzmärkte zur Folge, sie veränderte das Denken.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++


Homepage von Prof. Gabriel Felbermayr, Ph.D., Präsident des Instituts für Weltwirtschaft: https://www.ifw-kiel.de/de/experten/...el-felbermayr/

Web-Info betr. Gabriel Felbermayr in der jeweils letzten Woche: https://www.google.de/search?q=Gabri...ih=738&dpr=0.9

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Alt 23-02-2020, 13:33   #2
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21.02.2020

Der Corona-Schock:
Wie das Virus die Weltwirtschaft infiziert


Das Coronavirus legt Chinas Wirtschaft lahm. Auch deutsche Unternehmen stehen dadurch vor großen Schwierigkeiten. Wie schlimm wird die Krise?

Von: Dana Heide, Sha Hua, Thomas Jahn, Stefan Menzel, Maike Telgheder
Quelle: https://www.handelsblatt.com/unterne.../25563120.html

Zitat:
Geschlossene Läden, stockende Fließbänder: Die Furcht vor dem Coronavirus lähmt die Wirtschaft. China ergreift drakonische Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Gleichzeitig leiden lokale und internationale Firmen darunter. Die Produktion, insbesondere in der Autobranche, läuft schleppend.

Quelle angehängte Abbildung: Siehe folgendes Posting
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Masken.jpg (50,2 KB, 12x aufgerufen)

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Alt 23-02-2020, 13:49   #3
Benjamin
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Seriöse Quellen zur persönlichen Auseinandersetzung mit der mit der durch den Coronavirus hervorgerufenen Krankheit:

Coronavirus-Epidemie 2019/2020: https://de.wikipedia.org/wiki/Corona...emie_2019/2020

Robert-Koch-Institut:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/...irus/nCoV.html

Bundesgesundheitsministerium https://www.bundesgesundheitsministe...ronavirus.html

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: https://www.infektionsschutz.de/coro...ars-cov-2.html

die aktuellen Entwicklungen zum neuartigen Coronavirus: https://www.nzz.ch/wissenschaft/schw...rus-ld.1534367

Informationen für Bürger:
  • BZgA: Antworten auf häufig gestellte Fragen zu COVID-19 auf https://www.infektionsschutz.de/coro...ars-cov-2.html
  • BZgA: Erklärvideos zu COVID-19 auf YouTube: https://www.youtube.com/playlist?lis...yH9NqZbgm3fcvy
  • BZgA: allgemeine Hygienetipps zum Schutz vor Infektionskrankheiten: https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/
  • (Coronavirus-Risikogebiete: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/...kogebiete.html
  • Prof. Dr. med. Christian Drosten, an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, dort Institutsdirektor des Institut für Virologie, Spezialgebiet: Evolution und Biodiversität von RNA-Viren, Coronaviren
    https://virologie-ccm.charite.de/fil...b86124cbfd.jpg
    Radio-Potcast: Coronavirus-Update: NDR Info Wissenschaftsredakteurin Korinna Hennig spricht jeden Tag mit einem der führenden Virus-Forscher Deutschlands: Christian Drosten, dem Leiter der Virologie in der Berliner Charité. https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html
    News mit Bezug zu Prof. Drosten in der jeweils letzten Woche: https://www.google.de/search?as_q=&a...pe=&as_rights=
  • So funktioniert der Schnelltest https://www.spiegel.de/wissenschaft/...d-9245b4401253 "Wir testen respiratorische Sekrete, also das, was die Betroffenen hochhusten oder einen Rachenabstrich", erklärt Drosten. Diese Probe müssen Ärzte anschließend an ein Labor schicken, das den Test durchführen kann. Anfangs war das nur die Charité in Berlin, inzwischen sind Unikliniken deutschlandweit dazu in der Lage. // Ein Vorteil des Verfahrens ist, dass bereits geringste Virus-Mengen zu einem zuverlässigen Testergebnis führen. Trotzdem schließe ein negatives Testergebnis die Möglichkeit einer Infektion nicht vollständig aus, warnt das Robert Koch-Institut mit Blick auf das neue Coronavirus. //
    Wie schnell bekommen möglicherweise Erkrankte ein Ergebnis?
    Martin Hoch vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bezifferte die Zeit auf vier bis fünf Stunden. "Inzwischen geht es schnell, da hier direkt Diagnostik möglich ist", sagte er auf einer Pressekonferenz
  • Wie teuer ist der Test?
    Konkrete Angaben dazu gibt es bisher nicht. Nach Schätzungen von Branchenexperten und Medizinern dürfte der Test zwischen 200 und 300 Euro kosten. Damit wäre er deutlich teurer als etwa ein klassischer Test auf Influenza-Viren, der nach Angaben der Techniker Krankenkasse 7,60 Euro kostet. In diesem Betrag enthalten ist allerdings nur die reine Laborleistung und nicht der Aufwand für Entnahme und Beratung. Zum Vergleich: Ein Test auf Schweinegrippe kostet rund 25 Euro. //
    Wer bezahlt den Test? a) Falls über niedergelassenen Arzt: Der Patient muss in Vorleistung treten und den Test selbst bezahlen und kann ihn erst anschließend mit seiner Krankenkasse ggf. abrechnen.
    b) Falls über Krankenhaus: Kassen und Kliniken rechnen in diesem Fall direkt miteinander ab.
    Quelle: https://www.welt.de/wirtschaft/artic...hnelltest.html

Grundsätzlich gilt:
  • Nach Möglichkeit mindestens 1–2 Meter Abstand zu hustenden und/oder niesenden Fremdpersonen
  • Händehygiene einhalten (gründliches Waschen der Hände mit Wasser + Seife)
  • Hustenetikette einhalten (z. B. Husten, Niesen in die Ellenbeuge)

Quelle der angehängten 5 Abbildungen: Screenshots aus dem Video der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: https://www.youtube.com/watch?v=Nu9v...yH9NqZbgm3fcvy
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Symptome.jpg (55,3 KB, 12x aufgerufen)
Dateityp: jpg Übertragung.jpg (44,6 KB, 12x aufgerufen)
Dateityp: jpg Oberflächen.jpg (47,9 KB, 12x aufgerufen)
Dateityp: jpg Erstmassnahmen.jpg (50,5 KB, 12x aufgerufen)
Dateityp: jpg Prävention.jpg (52,4 KB, 12x aufgerufen)

Geändert von Benjamin (28-02-2020 um 17:01 Uhr)
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Alt 23-02-2020, 15:00   #4
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Die folgenden Chartvergleiche dienen dem Monitoring der Folgen des Coronavirus für die Weltwirtschaft


Alle Indices in € dargestellt:

MSCI World: Xtrackers MSCI World Swap UCITS ETF - 1C USD ACC ETF
WKN: DBX1MW ISIN: LU0274208692
EURO STOXX 50
DAX
Hang Seng Index:
Zerti ohne Hebel WKN: 571860 ISIN: DE0005718605

all data:

4y:

15m:

6m:

2m:

14d:

5d:

Geändert von Benjamin (23-02-2020 um 15:58 Uhr)
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Alt 23-02-2020, 15:11   #5
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Alle Indices in € dargestellt:

Hang Seng Index, WKN: 372141 ISIN: DE0003721411
Dow Jones I. Index, , WKN: 722352 ISIN: DE0007223521
Nasdaq-100 Index, WKN: 543744 ISIN: DE0005437446
S&P500 Index, WKN: 559132 ISIN: DE0005591325
DAX


4y:

1y:

6m:

2m:

14d:

Geändert von Benjamin (23-02-2020 um 15:27 Uhr)
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Alt 23-02-2020, 15:51   #6
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Werte in € dargestellt, DAX und EUR/USD jedoch als Kurs:

Hang Seng Index, WKN: 372141 ISIN: DE0003721411
DAX
Gold WKN: 722373 ISIN: DE0007223737
Kupfer (TR) ETC, KUPFER (LME) JUN. 20, https://www.derivate.bnpparibas.com/...tedAssetClass=, ISIN: DE000PB8C0P8 WKN: PB8C0P
EUR/USD
Logar. Darstellung:

4y:

1y:

6m:

2m:

14d:

5d:

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Alt 27-02-2020, 21:14   #7
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Das Coronavirus und die Folgen für die Wirtschaft
27.02.2020 19:30 Uhr
Video, 2 min | Verfügbar bis 05.03.2020
https://www.ndr.de/fernsehen/sendung...hmag70564.html


DEUTSCHLAND
Video: CORONAVIRUS AUS CHINA: Wirtschaft sieht drastische Engpässe
27.02.2020

https://www.youtube.com/watch?v=Io0RleOdPFI

Video: Coronavirus: Das Leben in Italiens Sperrgebiet | DW Deutsch
25.02.2020

https://www.youtube.com/watch?v=wQu3yWjNqlY


Goldman sees zero earnings growth for US companies this year because of coronavirus
THU, FEB 27 2020

https://www.cnbc.com/2020/02/27/gold...ronavirus.html

Coronavirus could cost Trump the election, Goldman Sachs warns
By Matt Egan, CNN Business
February 27, 2020

https://edition.cnn.com/2020/02/27/b...rus/index.html


Don’t buy the stock dip yet, says Goldman as it warns coronavirus will wipe out earnings growth this year
Published: Feb 27, 2020

Zitat:
“Our reduced forecasts reflect the severe decline in Chinese economic activity in 1Q, lower end-demand for U.S. exporters, supply chain disruption, a slowdown in U.S. economic activity, and elevated uncertainty,” said Kostin and the team.

But this assumes a short-term impact from the epidemic, and in the worst-case scenario, if the U.S. gets pushed into a recession, S&P 500 index company earnings could fall 13% for 2020, based on history, warned Kostin.
Angehängte Abbildungen aus dieser Quelle:
https://www.marketwatch.com/story/do...ear-2020-02-27
-13% entspricht 2955,6 im S&P 500
Aktuell 2994 im Index
Angehängte Grafiken
Dateityp: png GS1.PNG (163,1 KB, 11x aufgerufen)
Dateityp: png GS2.PNG (161,1 KB, 11x aufgerufen)
Dateityp: jpg Chinaabhängigkeit.jpg (43,6 KB, 11x aufgerufen)

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Alt 03-03-2020, 18:58   #8
Benjamin
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3. März 2020
Das Virus bedroht unseren Wohlstand
RALPH BOLLMANN und MARCUS THEURER (Text), FELIX BROCKER und ANDRE PIRON (Infografiken)
Illustration: Reuters
Die Angst vor dem Corona-Erreger lähmt die Globalisierung. Wie kommen wir da wieder raus?

Grafiken: F.A.S.; Quellen: Johns Hopkins, Capital Economics, OECD, IWF, Bloomberg, Destatis, Nationales Statistikamt von China, GTAI, eigene Berechnungen

Zitat:
„Es wird auch eine permanente Komponente geben“, sagt etwa der Handelsökonom Gabriel Felbermayr. Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel zieht Parallelen zur Weltfinanzkrise: Auch die sei ein akuter wirtschaftlicher Schock gewesen, der zwar vorüberging, aber zu dauerhaften Veränderungen führte.
Zitat:
Der Ökonom Felbermayr glaubt, dass Corona zum Weckruf für die Wirtschaft werden könnte. So wie die Katastrophe der Lehman-Pleite schonungslos die Gefahren einer unzureichend regulierten Finanzbranche bloßgestellt habe, so werde womöglich die Corona-Krise in der Industrie zu einer Neubewertung globaler Lieferketten führen. „Die sind letztlich eben immer inhärent fragil“, sagt er.
Zitat:
Eine plausible Reaktion wäre, dass die Unternehmen auf kürzere und weniger komplexe Lieferketten setzen und sich weniger abhängig machen von einem Netz internationaler Zulieferer, sagt Felbermayr. Der temporäre Schock durch das Coronavirus könnte deshalb sehr wohl zu einem dauerhaften Rückbau der Globalisierung führen.
Zitat:
„Die Globalisierung so zu organisieren, dass alles dort gemacht wird, wo die Produktion am effizientesten ist – das ist vorbei.“
JÖRG WUTTKE, Vorsitzender der EU-Handelskammer in China
Zitat:
Besonders hart träfe ein Rückschlag im Welthandel den Exportweltmeister Deutschland. Schon zuvor stagnierte die Wirtschaft hierzulande. Wenn es nicht gelinge, die Corona-Krise rasch und wirksam einzudämmen, sei in der größten europäischen Volkswirtschaft „ein massiver Wirtschaftsabschwung“ zu befürchten, sagt der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest. „Das Potential für einen ähnlich starken Rückschlag wie während der Weltfinanzkrise ist da.“ Damals, im Jahr 2009, ist die deutsche Wirtschaftsleistung um fünf Prozent gefallen, der heftigste Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg.
Zitat:
Es ist gar nicht auszuschließen, dass der Rückbau der Globalisierung am Ende weit mehr Menschenleben fordert, als es das Virus selbst jemals vermocht hätte. Auf direktem Weg, weil zum Beispiel Arzneimittel knapp werden und Kranke nicht mehr angemessen behandelt werden können. Auf indirektem Weg, weil die neuen Handelsbarrieren viel Wohlstand vernichten, was nach aller historischen Erfahrung nicht ohne Folgen für die Sterblichkeit bleibt.
Zitat:
„Wenn die Leute Angst haben, sich anzustecken, dann werden sie auch dann nicht ins Kino gehen, wenn die Eintrittskarte ein bisschen billiger wird.“ Außerdem treffe Corona in Deutschland besonders stark die Angebotsseite: Es drohen Produktionsausfälle in deutschen Fabriken, weil asiatische Zulieferer ausfallen. „Dagegen helfen staatliche Ausgabenprogramme nicht“, sagt Fuest. Mit anderen Worten: Ob die Globalisierung überlebt, das entscheidet sich nicht an einem Konjunkturprogrammen.
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/wirtscha...16659006.html#

Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Chinaabhängigkeit2.jpg (31,0 KB, 9x aufgerufen)

Geändert von Benjamin (03-03-2020 um 19:09 Uhr)
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Alt 15-03-2020, 21:59   #9
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Zitat:
Es ist zu befürchten, dass die Corona-Krise als Vorwand für eine weitere Ausdehnung auf andere Güter verwendet wird, und nationalistische Instinkte gestärkt werden – nach dem Motto: Die Chinesen sind schuld, die Europäer kriegen es nicht in den Griff, jetzt hilft in den Vereinigten Staaten nur mehr die Abschottung. Dann wird aus einer temporären medizinischen Krise eine Krise der Globalisierung, und damit verbunden ganz erhebliche wirtschaftliche Einbußen, vielleicht sogar ein Ende der billigen Güter und ein Revival der Inflation.
Quelle: 12.03.2020, VON JOHANNES PENNEKAMP:
IFW-CHEF FELBERMAYR:
„Es ist zu befürchten, dass die Corona-Krise als Vorwand verwendet wird“

https://www.faz.net/aktuell/wirtscha...-16675964.html
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Alt 21-03-2020, 14:50   #10
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20. März 2020

Bundesregierung plant 356 Milliarden Euro Nettoneuverschuldung wegen Coronavirus
  • 156 Milliarden Euro für Nachtragshaushalt vorgesehen
  • 100 Milliarden Euro für ein Wirtschaftsstabilisierungsfond
  • 100 Milliarden Euro für Kreditbürgschaften der KfW-Förderbank
Quelle: Nachrichten www.deutschlandfunk.de/
++++++++++++++++++++++++++++

Nach Informationen und einer Meldung des Deutschlandfunks vom 21. März 2020 sind diese €-Summen nunmehr von der Bundesregierung wg. den Coronafolgen vorgesehen:
  • 156 Milliarden Euro in diesem Jahr für einen Nachtragshaushalt +
  • 100 Milliarden Euro (etwa) sogenannte Kreditermächtigungen für einen Wirtschaftsstabilisierungsfonds +
  • rund 100 Milliarden Euro für Kreditbürgschaften der Förderbank KfW an Unternehmen +
  • 400 Milliarden Euro an Garantien für Firmen geplant, die in Schieflage geraten.
Summe: 756 Milliarden Euro
Quelle:
https://www.deutschlandfunk.de/covid...ews_id=1112840


Zum Vergleich:
  • Der gesamte Bundeshaushalt in 2016 betrug rund 317 Milliarden Euro
  • Der Schuldenstand des Bundes betrug 2014 inzwischen 1289,9 Milliarden Euro
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bundes...shaushaltsplan
Der Haushaltsplan des Bundes für 2019 beträgt offenbar 350 Milliarden Euro (Quelle: https://orange.handelsblatt.com/artikel/51530)

Das bedeutet, dass die nun neu und zusätzlich anstehende Nettoneuverschuldung des Bundes
  • ggf. doppelt so groß sein wird wie die Höhe eines ganzen Jahreshaushalts des Bundes und
  • mindestens um etwa 28% in einem Jahr - plötzlich - steigen wird!

Das ist hammerhart!

Zumal es bei diesen Summen ganz sicher nicht bleiben wird, da
  • die Wirtschaft eine neue Regionalisierung wird organisieren müssen (Region meint Europa. Für die USA bedeutet es Nordamerika, für asiatische Staaten analog "Asien")
  • aus unserer kostenoptimierten "just-in-time-Wirtschaft" mit weltweiten Lieferketten für Vor- und Endprodukte nun neu eine Wirtschaft mit der Randbedingung "Regionalisierung" hinzukommen wird (Definition siehe oben), mit der Folge einer steigenden Inflation für viele Produkte, einer Ausdünnung des Produktspektrums und allgemein einer Absenkung unserer materiellen Wohlfahrt. Die Komfortansprüche der Bevölkerung werden zunächst einmal über Schulden solange bezahlt werden, bis das nicht mehr verantwortbar geht, weil die Kreditzinsen massiv - und als neuer Langfristtrend - steigen werden (siehe angehängte Charts unten)
  • alle Staaten des Südens im laufe der Zeit und in Schritten verlangen werden, dass wir ihnen unser gesamtes Volksvermögen bedingungslos schenken sollen. Und unsere Politiker bringen es womöglich fertig (hoffentlich nicht!!!), dass auch noch zu tun - wegen unserer Werte und dem Gebot der internationalen Solidarität.

Quelle der angehängten Charts (Ergänzungen sind von mir): https://de.investing.com/rates-bonds...treaming-chart
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Bundfuture1.jpg (19,1 KB, 2x aufgerufen)
Dateityp: jpg Bundfuture2.jpg (20,2 KB, 2x aufgerufen)
Dateityp: jpg Bundfuture3.jpg (37,0 KB, 2x aufgerufen)
Dateityp: jpg Bundfuture4.jpg (22,8 KB, 2x aufgerufen)

Geändert von Benjamin (21-03-2020 um 16:45 Uhr)
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