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Alt 09-10-2007, 15:16   #1
Auf Wunsch gelöscht
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Günther Beckstein - ein populärer Scharfmacher

Als Innenminister war er ein Hardliner, bei der Fastnacht in Franken alles andere als das. Im dritten Anlauf hat Günther Beckstein es endlich geschafft: Er ist Ministerpräsident von Bayern.

Beim dritten Anlauf hat es endlich geklappt. Mit der Wahl zum bayerischen Ministerpräsidenten hat sich für Günther Beckstein ein Traum erfüllt, an den er selbst schon nicht mehr so recht geglaubt hatte.

Zwei Mal stand Beckstein schon in den Startlöchern, zwei Mal musste er zurückstecken. Zuerst 2002, als Edmund Stoiber nach verlorener Wahl nicht Kanzler wurde, und zuletzt 2005, als Stoiber plötzlich doch nicht Superminister in Berlin werden wollte und erneut in der Münchner Staatskanzlei blieb: «Danach war für mich klar, dass es damit nichts mehr wird», sagte Beckstein der «Süddeutschen Zeitung» über seinen Ministerpräsidenten-Traum.

Am Dienstag um zwölf Uhr mittags ging er doch noch in Erfüllung. Viele warten nun gespannt, wie Beckstein, den viele wegen seiner Innen- und Ausländerpolitik als Scharfmacher empfinden, den Übergang zum bayerischen Landesvater meistert. An seiner Beliebtheit dürfte es nicht scheitern.

Seit Jahren schon lässt Beckstein alle anderen CSU-Politiker bei den Popularitätswerten in Umfragen hinter sich. Der 63-Jährige wird von den Bürgern, aber auch von politischen Gegnern für seinen Humor und Charme geschätzt. So bedankte er sich nach seiner Wahl für die vielen Leitz-Ordner mit guten Ratschlägen, die ihm in den vergangenen Wochen übergeben worden seien.

Legendär sind seine Verkleidungen bei der Fastnacht in Franken. Dort tauchte er bereits im Katzenkostüm auf, in diesem Jahr kam er als Ritter verkleidet - und gewährte sogar der als Engelchen verkleideten Partei-Rebellin Gabriele Pauli Schutz hinter seinem Schild. Dass mit Beckstein ein Franke die Macht in Bayern übernimmt, ist nicht neu - auch die einstigen CSU-Größen Hanns Seidel und Hans Ehard kamen aus Nordbayern.

Mit Beckstein steht jedoch zum ersten Mal ein Protestant an der Spitze des katholisch geprägten Freistaats. Der neue Ministerpräsident ist tief in der evangelischen Kirche verwurzelt - obwohl er als bayerischer Innenminister das Kirchenasyl hart bekämpfte. Seit 1996 gehört der Jurist der Landessynode in Bayern an und trat bereits als Jugendlicher dem Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) bei.

Auch seine Frau Marga, mit der er drei Kinder hat, lernte er im Kirchenvorstand kennen: Mit der Vertreterin des linken Kirchenflügels habe er sich «damals unheimlich viel gestritten», aber sie dabei «eben auch schätzen und lieben gelernt», verriet Beckstein später.

In der CSU zunächst ein Linker

Die politische Karriere des gebürtigen Hersbruckers begann bei der Nürnberger CSU, zu der er gegen Ende seines Jura-Studiums stieß. Aus Proporzgründen nominierte ihn die Partei bereits 1969 als 25-Jährigen für die Landtagswahl auf einem noch aussichtslosen Listenplatz. Doch der Lehrersohn, der in seiner Schulzeit freiwillig Russisch zu lernen versuchte und sich einst als eher links innerhalb der CSU wähnte, hatte Blut geleckt.

Vier Jahre später gelang ihm als Nürnberger Junge-Union-Chef der Sprung ins bayerische Parlament. Nebenher arbeitete er als Nürnberger Strafverteidiger. Eine Niederlage leitete schließlich Becksteins Sprung ins Kabinett ein: Er unterlag 1987 bei der Oberbürgermeister-Wahl in Nürnberg dem SPD-Kandidaten Peter Schönlein und wurde ein Jahr später Innenstaatssekretär.

Als Edmund Stoiber 1993 Ministerpräsident wurde, beerbte Beckstein ihn als Innenminister und behielt diesen Posten 14 Jahre lang. Stoiber und Beckstein waren fast 30 Jahre ein inniges Gespann der Landespolitik. So ebnete Beckstein Stoiber 1993 mit einer kämpferischen Rede auf einem Nürnberger CSU-Bezirksparteitag den Weg, damit dieser sich gegen Theo Waigel bei der Bewerbung um das Ministerpräsidentenamt durchsetzen konnte. Doch Beckstein war es auch, der mit seinem Pakt mit Erwin Huber den Sturz Stoibers im Januar besiegelte.

Neue First Lady unterrichtet weiter

Der neunte bayerische Ministerpräsident, der nach einem Hörsturz ein Hörgerät trägt und von vielen allein schon wegen seines Alters als Übergangskandidat gehandelt wird, legt sich nicht fest, wie lange er regieren will. «Dass ich nicht erwarten kann, 15 Jahre im Amt zu sein, ist doch selbstverständlich. Aber dass Übergang nicht heißt, dass das Amt jetzt auf drei oder vier Jahre beschränkt ist, das ist auch klar», sagte er vor seiner Wahl.

Mit dem Machtwechsel in Bayern bekommt der Freistaat auch eine neue First Lady. «Ich freue mich sehr für meinen Mann», sagte Marga Beckstein nach der Vereidigung des neuen Ministerpräsidenten. Die neue Landesmutter hat angekündigt, weiter in ihrem Beruf als Lehrerin arbeiten zu wollen. Über seine Frau sagte Beckstein einmal: «Sie macht nicht automatisch das, was ich sag». Das sei zwar anstrengend, «aber nicht langweilig». (Maria Marquart, AP)
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Alt 18-10-2007, 11:42   #2
Dessi
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Beiträge: 1.122
Populär? Nich bei mir.

"Beckstein, Beckstein, alles muss versteckt sein..."

Fällt mir dazu ein. Oder das Zitat von Hans Soellner: "Ein schwarzer Adler flog über Deutschland, und über Bayern hat er Beckstein ausgesch...".
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