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Alt 31-05-2018, 08:01   #1
Benjamin
TBB Family
 
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Beiträge: 9.282
Italienkrise; Kollapsauslöser des Euro + eines Großteils des deutschen €-Vermögens

Mittwoch, 30.05.2018
Warum auch Draghi den Kollaps nicht mehr verhindern kann

Schon einmal rettete EZB-Präsident Mario Draghi die Eurozone vor dem Auseinanderbrechen. Doch jetzt wird Draghi das Kunststück nicht mehr gelingen. https://www.godmode-trader.de/artike...n-kann,6100881

Mittwoch, 30.05.2018
Euro-Zusammenbruch durch Italien? So könnte ein "ItalExit" ablaufen

Die Eurokrise ist wieder da. Auf einmal wird wieder völlig ersichtlich, wie verletzlich die Währungsunion ist. Es ist eine wieder denkbare Option, zumindest ganz offensichtlich für einige italienische Politiker, dass es zu einem Austritt aus dem Euro kommen könnte. Aber wie müsste man vorgehen?
https://www.godmode-trader.de/artike...alexit,2836075
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Freitag, 20.04.2018
Wie 46% des deutschen Auslandsvermögens einfach verschwunden sind...

von Oliver Baron, Finanzredakteur und Experte für Anlagestrategien, https://www.godmode-trader.de/artike...st-weg,5850707
Fast die Hälfte des deutschen Auslandsvermögens ist unwiederbringlich verloren, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Hans-Werner Sinn. Die nächste Finanzkrise sei bereits im Anmarsch.

Zitat:
Die Target-2-Forderungen der Bundesbank seien aber letztlich niemals einlösbar und müssten deshalb ehrlicherweise auf null abgeschrieben werden, sagte Sinn. "Das sind Forderungen, die die Bundesbank nicht fällig stellen kann und die verzinst werden zum Hauptrefinanzierungssatz der EZB, welcher von der Mehrheit der Target-2-Schuldnerländer auf null gesetzt wurde. Jetzt frage ich Sie: Wie würde eine Firma eine Forderung bilanzieren, die ewig läuft, die sie nicht fällig stellen kann und die einen Zins trägt, der vom Schuldner festgelegt wird auf null. (...) Das ganze Geld ist heute schon weg, (...) das werden wir nie mehr wiederkriegen. Das sind 46 Prozent des gesamten Nettoauslandsvermögens der Bundesrepublik Deutschland, welches durch die historischen, riesigen Exportüberschüsse aufgebaut wurde", so Sinn. Ausländische Investoren würden Unternehmen wie etwa den Roboterbauer Kuka in Augsburg und Immobilien in Deutschland aufkaufen. Deutschland erhalte im Gegenzug "völlig wertlose" Forderungen gegen das Euro-System in Form der Target-2-Salden, so Sinn.
Zitat:
"Das Gerede um die Bankenunion, um die Einlagensicherung, die jetzt unbedingt kommen muss in Europa, das ist ja nur ein Reflex darauf, wie drängend es ist", sagte Sinn. "Wenn wir diese Bankenunion machen, dann gnade uns Gott."
Zitat:
Insgesamt habe die EZB seit 2015 mit frisch gedrucktem Geld Staatsanleihen im Volumen von 1.800 Milliarden Euro und Unternehmensanleihen im Volumen von 500 Milliarden Euro aufgekauft. "Dadurch wird heute viel verschleppt und verdeckt, weil marode Zombi-Kunden von Banken, die eigentlich schon längst pleitegehen müssten, künstlich über Wasser gehalten werden", sagte Sinn. Durch die Krisenpolitik der EZB habe es faktisch eine Vergemeinschaftung der Schulden in der Eurozone gegeben, obwohl dies durch den Maastricht-Vertrag eigentlich ausgeschlossen wurde.
Zitat:
"So lange wir die Banken so spielen lassen, werden wir immer einen Casino-Kapitalismus haben", betonte Sinn. Auch stehe die nächste Krise "schon ziemlich nahe vor der Haustüre", so Sinn.
https://www.godmode-trader.de/artike...st-weg,5850707
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Donnerstag, 16.02.2012 - 12:53 Uhr
Prof. Hans-Werner Sinn spricht Klartext - Das Interview

Zitat:
Die Aufdeckung der negativen Implikationen des TARGET2-Mechanismus ist wohl Ihr großes Verdienst. Was genau ist TARGET2 und was ist das Problem damit?

Ist die Währungsunion im Gleichgewicht, wandert das Geld kreuz und quer über die Grenzen, aber es gibt keine Nettoströme von Geld. Ein Land, das mehr Güter kauft als es verkauft, holt sich dafür den Kredit aus dem Ausland. In Europa versiegten die privaten Kredite aber seit 2008 bei einigen Ländern. Dadurch kam es zu Nettoabflüssen von Geld. Das Geld wurde dann in den Defizit-Ländern nachgedruckt und bei uns, wo es im Übermaß ankam, wurde es geschreddert, natürlich nur bildlich. Es läuft ja alles elektronisch ab. Deutschland hat in den Jahren 2008 bis 2010 aus dem Güteraustausch mit anderen Euroländern 264 Mrd. Euro verdient, doch waren 255 Mrd. Euro davon anderswo nachgedrucktes Geld. Dafür hat niemand in Deutschland zuvor Schuldscheine oder andere Ansprüche gegen das Ausland erhalten. Nur die Bundesbank erhielt eine Ausgleichsforderung gegen die EZB. Diese Forderung können wir nie fällig stellen, und sie wird nur mit einem Prozent verzinst. Insgesamt haben wir mittlerweile bald 500 Milliarden solcher Auslandsforderungen erworben. Das ist die Hälfte des Nettoauslandsvermögens der Bundesrepublik Deutschland.

Und wenn der Euro zerbrechen würde?

Dann hat die Bundesbank eine Forderung gegen ein System, das es nicht mehr gibt. Dieser Fall ist nicht geregelt, und das wissen alle.

Daraus ergibt sich Ihrer Meinung nach ein enormes Erpressungspotenzial?

So ist es, und das spielt eine implizite Rolle in allen Verhandlungen bzgl. diverser Rettungsmaßnahmen. Deutschland könnte ja ganz offensichtlich nur unter größten Schmerzen aus dem Euro austreten, und hat nur wenige Druckmittel zur Hand. Eines davon wäre, dass sich die Bundesbank weigert, im Auftrag der EZB Staatsanleihen zu kaufen. Sie könnte das – bisher spurt sie aber noch, der „Widerstand“ ist rein verbaler Natur.

Wie sollte man das TARGET2-Problem angehen?

Wie in den USA: Dort werden jedes Jahr im April die Salden zwischen den zwölf Fed-Districts mit marktgängigen Papieren ausgeglichen. So etwas brauchen wir in Europa auch. Zum einen könnten die betroffenen Zentralbanken, also jene mit negativem Saldo, als Ausgleich bestehende Aktiva liefern, z.B. Gold oder goldbesicherte Wertpapiere wie in den USA. Ich könnte mir aber auch vorstellen, pfandbesicherte Wertpapiere zu diesem Zweck zu kreieren. Als Pfand könnten entweder staatliche Aktiva wie Immobilien dienen oder auch künftige Steuereinnahmen. Es gibt genügend Möglichkeiten.
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TARGET2-Saldo

TARGET2-Saldo
Forderungen der Bundesbank aus TARGET2:
Betrag: 956.150.392.473,37 Euro

(Stand: 31. Mai 2018)

Zitat:
TARGET2 ist ein Zahlungsverkehrssystem, über das nationale und grenzüberschreitende Zahlungen in Zentralbankgeld schnell und endgültig abgewickelt werden. Über TARGET2 fließen pro Tag im Durchschnitt rund 340.000 Zahlungen im Wert von rund 1,7 Billionen Euro. Während eines ganzen Jahres werden von TARGET2 knapp 90 Millionen Zahlungen in einem Gesamtwert von rund 450 Billionen Euro abgewickelt. Diesen Transaktionen können ganz unterschiedliche Geschäfte zugrunde liegen. Denkbar sind unter anderem die Zahlung einer Warenlieferung, der Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers, die Gewährung oder Rückzahlung eines fälligen Darlehens, die Geldanlage bei einer Bank und vieles mehr.

Das Individualzahlungssystem des Eurosystems operiert auf einer gemeinsamen Plattform, besteht aber rechtlich gesehen aus mehreren Komponentensystemen, die von den nationalen Notenbanken beziehungsweise der EZB betrieben werden.

Bei einer grenzüberschreitenden Transaktion etwa aus Frankreich nach Deutschland (z. B. als Bezahlung eines Imports) sind daher sowohl die Banque de France als auch die Bundesbank betroffen. Zunächst belastet die in Frankreich ansässige Geschäftsbank des französischen Käufers das Konto ihres Kunden und reicht eine Überweisung an eine in Deutschland ansässige Geschäftsbank des deutschen Verkäufers in TARGET2 ein. Die Banque de France belastet das TARGET2- Konto der französischen Geschäftsbank bei ihr und verbucht eine Verbindlichkeit gegenüber der Bundesbank. Die Bundesbank wiederum verbucht eine Forderung gegenüber der Banque de France und schreibt den Betrag dem TARGET2-Konto der deutschen Geschäftsbank gut. Diese verbucht den Geldeingang letztendlich auf dem Konto des deutschen Verkäufers.

Am Ende des Geschäftstages werden alle innertäglichen bilateralen Verbindlichkeiten und Forderungen automatisch in einem multilateralen Verrechnungsverfahren zusammengeführt und auf die EZB übertragen (Novation), sodass nur noch eine einzige Verbindlichkeit oder Forderung der nationalen Zentralbank gegenüber der EZB besteht.

Isoliert betrachtet führt die beschriebene Transaktion am Ende des Geschäftstages zu einer Verbindlichkeit der Banque de France und zu einer Forderung der Bundesbank gegenüber der EZB. Diese Forderungen oder Verbindlichkeiten gegenüber der EZB werden allgemein als TARGET2-Salden bezeichnet.

Der TARGET2-Saldo in der Bundesbankbilanz geht also im Wesentlichen auf grenzüberschreitende Transaktionen zurück, die Banken betreffen, welche über die Bundesbank an TARGET2 teilnehmen (über die Bundesbank nehmen auch einige Banken aus anderen EU-Ländern an TARGET2 teil, deren nationale Zentralbanken selbst nicht an TARGET2 beteiligt sind). Er wird einerseits von den Geschäften der Kreditinstitute am Geld- und Kapitalmarkt beeinflusst, beruht andererseits aber auch auf Transaktionen des Nicht-Banken-Sektors, der Zahlungen über das Bankensystem leistet.
Quelle: https://www.bundesbank.de/Redaktion/...et2_saldo.html
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TARGET-2-SALDO
Die Billionen-Forderung der Bundesbank – und was sie bedeutet

Der Target-2-Saldo, die Forderungen in der Bundesbankbilanz an die EZB, ist auf fast eine Billion Euro gewachsen. Das löst Sorgen und Verwirrung aus.
(Gut erklärender Artikel, vom 06.07.2018!)
https://www.handelsblatt.com/finanze...lTRR9h5erj-ap6

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EURO-KRISE
Target-Salden drängen Deutschland an den Abgrund

SEITE 3/7 Wie funktioniert das Target-System?


Grafik: Wie die Target-Salden entstehen
Bild: Commerzbank
Quelle: von Malte Fischer, 05. März 2012, https://www.wiwo.de/politik/europa/e...6277238-3.html
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Guter Artikel!

22. Oktober 2017
TARGET2-Saldo erreicht mit 879 Mrd. Euro neuen Rekord


Zitat:
Funktionsweise des TARGET2-Systems

Um dies nachzuvollziehen, ist es sinnvoll zuerst das System an sich zu verstehen. Das TARGET2-System steht für Trans-European Automated Real-time Gross Settlement System der zweiten Generation und ist ein Echtzeit-Brutto-Clearingsystem. Das bedeutet, dass jede Transaktion über TARGET2 zeitnah und vollständig ausgeführt wird. Wenn Bank A bspw. 100 Millionen Euro an Bank B überweist und Letztere 70 Millionen Euro wieder an Bank A zurücküberweist, dann werden beide Transaktionen vollständig innerhalb weniger Sekunden ausgeführt. Das Handelsvolumen würde dann 170 Millionen Euro betragen. In einem Netto-Clearingsystem würde nur der Differenzbetrag von 30 Millionen Euro an Bank B überwiesen werden.

Auf dieser Basis werden jeden Tag im TARGET2-System 350.000 Zahlungen in einem Umfang von 1,7 Billionen Euro abgewickelt. Im Jahr beläuft sich das gesamte Volumen auf 440 Billionen Euro und entspricht fast dem Sechsfachen des Welt-BIPs. Da das TARGET2-System für den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr genutzt wird, interagieren die nationalen Geschäfts- und Zentralbanken, sowie die EZB miteinander. Will beispielsweise ein italienisches Unternehmen eine Maschine aus Deutschland importieren, dann wird der Betrag für die Maschine nicht zwischen den jeweiligen Geschäftsbanken direkt ausgetauscht, sondern läuft über die nationalen Zentralbanken und die EZB. In diesem Beispiel wäre es die Banca d’Italia und die Bundesbank.

TARGET2-Forderungen und Verbindlichkeiten sind Ausgleichsbuchungen
Zitat:
Dabei überweist die Banca d’Italia aber kein Zentralbankguthaben direkt an die Bundesbank, sondern nutzt das TARGET2-System und die damit einhergehenden Ausgleichsbuchungen. Bei der Banca d’Italia wird die Höhe der Einlage der Geschäftsbank verringert und im gleichen Moment eine TARGET2-Verbindlichkeit gegenüber der EZB gebucht (Passivtausch). Im Gegenzug dazu, erhöht die Bundesbank die Einlage der deutschen Geschäftsbank, bei der der Maschinenhersteller sein Konto hat. Somit erhöht sich die Passivseite, um dies auszugleichen wird gleichzeitig eine TARGET2-Forderung gegenüber der EZB gebucht (Bilanzverlängerung).
TARGET2-Salden:

Quelle: https://www.finwir.de/finanzmarkt/ta...-neuen-rekord/
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Freitag, 20.10.2017
Unglaubliche Zahlen: Target2-Salden wieder im Ausnahmezustand!

Die Eurokrise sollte ja eigentlich vorbei sein. Das Symbol der Krise, die Target2- Salden, sagen aber etwas ganz Anderes. Grund zur Sorge?

https://www.godmode-trader.de/artike...ustand,5567723

TARGET2
Zitat:
Als TARGET2 wird ein System der Zentralbanken der Euroländer zur schnellen Abwicklung von grenzüberschreitenden Zahlungsvorgängen bezeichnet. Die Abkürzung TARGET steht dabei für „Trans-European Automated Real-time Gross settlement Express Transfer System“. TARGET2 ist die zweite Generation des Systems. Das System wird täglich für Zahlungen in Höhe von etwa 2,5 Billionen Euro zwischen Zentral- und Geschäftsbanken, Geschäftsbanken untereinander oder zwischen anderen Finanzinstitutionen genutzt.

Im Rahmen der Euro-Krise sind die sogenannten TARGET2-Salden stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Die TARGET2-Salden beschreiben die (Netto-)Forderungen oder -Verbindlichkeiten der nationalen Notenbanken untereinander. Durch große Ungleichgewichte im innereuropäischen Handel haben einige Notenbanken hohe Forderungen und andere Notenbanken hohe Verbindlichkeiten aufgehäuft. Während der Zuspitzung der Euro-Krise flüchtete privates Kapital aus den Krisenstaaten. Dieses private Kapital wurde durch Notenbankkredite der Überschussstaaten (darunter Deutschland) ersetzt. Bei einem Staatsbankrott der Schuldnerstaaten wären diese Forderungen wohl uneinbringlich. Die Verluste müssten in der Folge von den Steuerzahlern der Überschussländer getragen werden. Die Target-2-Salden sind ein Indikator für die Kapitalflucht aus den Krisenländern und werden deshalb auch als "Krisenindikator" betrachtet.
https://www.godmode-trader.de/know-how/target2,3290747
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10.01.2017:
Zitat:
Das Target-2-Saldo der Bundesbank ist im Dezember 2016 auf einen neuen Rekordstand gestiegen und hat damit die Niveaus während des Höhepunkts der Euro-Krise überstiegen. Das hat auch mit den Anleihekäufen der EZB zu tun, die für zusätzliche Liquidität sorgen. Da diese zusätzliche Liquidität bevorzugt bei Banken z.B. in Deutschland geparkt wird, erhöht das die Ungleichgewichte im Rahmen des Target2-Systems. Allerdings sind auch die auf QE zurückzuführenden Ungleichgewichte letztlich ein Ausdruck der weiterhin existierenden Fragmentierung im Euroraum, bei der private Investoren überschüssige Gelder nicht in Krisenländern wie Italien oder Spanien parken wollen.

Quelle: Oliver Baron, Finanzredakteur und Experte für Anlagestrategien, https://www.godmode-trader.de/artike...hancen,5067633
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Mittwoch, 11.02.2015
Bankrun in Griechenland: Wie aus ELA TARGET2 wird

Ab heute können griechische Staatsanleihen nicht mehr für Refinanzierungsgeschäfte von Geschäftsbanken mit der EZB genutzt werden. Ab heute sind ELA die letzte Hoffnung für griechische Banken. Und vielleicht der Albtraum der anderen Euro-Staaten.
https://www.godmode-trader.de/artike...2-wird,4106037


Mittwoch, 30.05.2018
Euro auch ohne Italien?
"Es sieht an den Märkten wieder so wie 2012 aus“, schrieb Bloomberg gestern über die Lage an den Finanzmärkten. Gemeint waren die Folgen der Ereignisse in Italien. Ist es wirklich wieder so schlimm?
https://www.godmode-trader.de/artike...talien,6100147


Sonderpublikation "Währungsreform und neue Geldsysteme"
https://www.godmode-trader.de/service/downloads
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21.11.2016
Kapitalflucht aus Italien zeigt Rückkehr der Krise

Immer mehr privates Kapital flieht aus dem Krisenland Italien. Droht nach dem Verfassungsreferendum am 4. Dezember ein Euro-Austritt?

https://www.godmode-trader.de/artike...-krise,4985734
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08.03.2017
Eurozone abschaffen! Aber wie?

Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, dass die Einführung des Euro einmal gefeiert wurde. Heute ist der Euro eher ein Reizthema.

Zitat:
Eine Ende des Euro im derzeitigen Umfeld würde ganz Europa wirtschaftlich verstümmeln.
Die meisten Südländer wären endgültig bankrott, ebenso viele andere Länder, die einen hohen Forderungsverzicht verkraften müssten. Ob man es will oder nicht, der Euro hat die Länder auf eine Art und Weise aneinander gekettet und die Fesseln lassen sich nicht ohne eine große Wirtschaftsdepression lösen.
[IMG]Immerhin muss das kein Schicksal bleiben. Zypern, eines der Krisenländer, häufte hohe Defizit an (Grafik 2). Inzwischen ist aus dem Defizit ein Überschuss geworden. Bauen sich die Ungleichgewichte ab, kann ohne Katastrophe ein Schlussstrich gezogen werden.[/IMG]

https://www.godmode-trader.de/artike...er-wie,5196098
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Target2-Salden explodieren auf Allzeithoch!
Gastautor: Markus Miller | 29.03.2018,

Zitat:
Target2 ist ein Zahlungsverkehrssystem, über das nationale und grenzüberschreitende Zahlungen in Zentralbankgeld schnell und endgültig abgewickelt werden. Das hört sich sehr harmlos an. Faktisch ist das Target-2-Zahlungsverkehrssystem allerdings ein verdecktes, aber offensichtliches Staatsfinanzierungsprogramm und Kreditsystem zur Rettung der EU und des Euro. Seit mehr als 3 Jahren explodieren die Target-2-Salden durchschnittlich um 25 Prozent jährlich. Das Target-2-System ist eine tickende Zeitbombe.
Zitat:
Deutschlands Forderungen sind nicht gedeckt: Sie werden verloren gehen! Deutschlands Forderungen sind ohne feste Laufzeit, ohne festen Zinssatz, tilgungsfrei und vor allem OHNE Besicherung! Im Bundeshaushalt sind die Target-2-Salden überhaupt nicht bilanziert. Gleiches gilt für die ESM-Bürgschaftsverpflichtungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Gelder zu Lasten des Deutschen Volkes der Bürger und Steuerzahler und kommender Generationen verloren sind grenzt für mich an Sicherheit. Deutschlands unbesicherte! Forderungen oder besser gesagt Bürgschaften betragen allein im Target2-System derzeit bereits 914 Milliarden Euro! Die Verbindlichkeiten Italiens hingegen belaufen sich annähernd auf 450 Milliarden Euro! Diesen Systemdefekt verdeutlicht die nachfolgende “Welt-Grafik” sehr gut.

Vollständiger Artikel unter: https://www.wallstreet-online.de/nac...en-allzeithoch

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ZAHLUNGSSYSTEM TARGET:

Fast 1000 Milliarden Euro

VON HANS-WERNER SINN


17.07.2018

Der Target-Saldo der Bundesbank ist so gewaltig, dass er große Aufmerksamkeit verlangt. Wie ist diese Zahl zu bewerten? Geht es um echte Risiken für Deutschland? Ein Gastbeitrag.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaf...ue#pageIndex_0
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Beste Grüße, Benjamin

Geändert von Benjamin (17-07-2018 um 09:42 Uhr)
Benjamin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31-05-2018, 09:28   #2
Benjamin
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04.09.2017
Prof. Hans Werner Sinn - Target2 - Die Aussenhandelsüberschüsse Deutschlands werden niemals bezahlt



https://www.youtube.com/watch?v=twGw8sDiWDw

Komplettes Interview: https://www.youtube.com/watch?v=cpvKb...
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16.04.2018
Anleihen-Käufe für Billionen Euro
Star-Ökonom Sinn attackiert Draghi: Er schönt seine Bilanz zu Lasten Deutschlands

Umstrittene Anleihenkäufe: Allein bis Ende 2017 erwarb die EZB Zinspapiere für 2300 Milliarden Euro. Das führt zu einer dramatisch aufgeblähten Bilanz. Star-Ökonom Hans-Werner Sinn geht mit der Europäischen Zentralbank hart ins Gericht.

https://www.focus.de/finanzen/banken...d_8763699.html
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12.12.2017
Euro-Südländer massiv verschuldet
Star-Ökonom Sinn warnt vor Schuldenstaaten: „Deutschland bereits heute erpressbar“

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise drucken Krisenstaaten massenweise Kreditgeld. Die EZB schaut zu. Deutschland ist erpressbar geworden. Gibt es keinen Ausweg, wie die überbordenden Target-Salden zurückgeführt werden können? Star-Ökonom Hans-Werner Sinn ist skeptisch.

Zitat:
Die Euro-Südstaaten leben auf Pump - Rückzahlung ungewiss
Was heißt das?

Mittels der ungebremsten Kreditgeldschaffung der Euro-Peripheriestaaten wuchsen die Target-Salden an. Und da die Bundesbank zur Kreditierung der Überweisungen aus dem Ausland gezwungen war, sitzt sie nun auf einem Berg an Forderungen. Sinn kritisiert, dass es sich bei Target um die „goldene Kreditkarte“ handle. „Die Target-Salden sind extrem gefährlich“, bekräftigte der ehemalige Ifo-Chef jüngst im Oktober.

Implodiert die Euro-Zone - sind alle deutschen Forderungen verloren

Die Bundesbank würde über den Target-Mechanismus eine Umschuldung für die Krisenländer vornehmen. „Die Forderungen werden wir nie einlösen können“, kommt Sinn zu einem fatalen Schluss. Sollte die Währungsunion auseinanderbrechen, sind die Forderungen uneinbringlich. Eine Nachschusspflicht der Staaten gegenüber ihren Notenbanken gibt es nicht. Geht der Euro vor die Hunde, ist es für die Krisenländer ohnehin attraktiver, die Notenbanken bankrottgehen zu lassen.

Selbst wenn der Euro nicht zerbricht, stehen die Forderungen im Feuer.

Schließlich können nationale Geschäftsbanken pleitegehen. Damit würden eingereichte Sicherheiten platzen, und die jeweilige Notenbank könnte ihre Verpflichtung gegenüber dem Euro-System gar nicht erfüllen.

Was passiert bei einem Euro-Austritt eines Schulden-Staates?

Schwierig wird es auch, wenn einzelne Staaten aus dem Euro austreten und ihre Verbindlichkeiten mittels Abwertung der neuen Währung mindern. So bliebe Deutschland gemeinsam mit den verbliebenen Ländern auf dem Verlust sitzen. „Das alles sind äußerst beunruhigende Fakten, und weil das so ist, ist Deutschland bereits heute erpressbar“, schrieb Hans-Werner Sinn schon in seinem Buch „Der schwarze Juni“. Wenn Deutschland erpressbar geworden ist, verwundert es auch nicht, dass es krampfhaft am Euro festhält. So wie EZB-Präsident Mario Draghi, der die Unumkehrbarkeit des Euro gebetsmühlenartig betont und Anfang des Jahres bekannte, dass Länder, die aus dem Euro austreten würden, ihre Target-Verbindlichkeiten auf jeden Fall tilgen müssten.
Zitat:
Sinns Vorschlag: Die Süd-Länder zahlen ihre Schulden mit Gold
Ob das funktionieren kann? Hans-Werner Sinn formulierte einen Lösungsvorschlag, wie sich der überbordenden Salden Herr werden ließe.
„In den USA gab es bis 1975 die Goldtilgung zwischen den zwölf Distriktzentralbanken des Fed-Systems, obwohl dort alles in einem gemeinsamen Bundesstaat stattfand“, sagte Sinn der Zeitung „Die Welt“.

Eine Tilgung der für die Krisenstaaten zinslosen Schulden durch Gold ist sicherlich eine gute Idee, jedoch schwierig umzusetzen. Beispiel Italien: Der Goldbestand beläuft sich etwa auf 85 Milliarden Euro. Das entspricht allerdings lediglich weniger als einem Fünftel der Target-Verbindlichkeiten des Landes.
https://www.focus.de/finanzen/news/e...d_7958694.html
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23.10.2017
EURO-KRISE
Ökonomen warnen vor Billionenrisiko für Deutschland

Von Holger Zschäpitz, Leitender Wirtschaftsredakteur

Zitat:
Kredite an Krisenstaaten ohne Parlamentsbeschluss
Die Target-Forderungen stellen unbesicherte Kredite der Bundesbank an die Zentralbanken vor allem der südlichen Länder dar. Das Euro-System eröffnet damit die Möglichkeit, dass die stabilen Euro-Staaten den kriselnden Euro-Staaten Geld leihen – und zwar ohne Spar- und Reformauflagen und auch ohne parlamentarischen Beschluss
Zitat:
„Die Target-Salden sind extrem gefährlich“, sagt der ehemalige Ifo-Chef Hans-Werner Sinn der WELT. Die Bundesbank würde über den Target-Mechanismus eine Umschuldung für die Krisenländer vornehmen. „Die Forderungen werden wir nie einlösen können“, sagt Sinn.
Zitat:
Logik der {EZB-}Anleihenkäufe lässt Target-Saldo anschwellen
Oftmals werden die Papiere ausländischen Investoren oder Banken abgekauft. Die haben ihr Referenzkonto im Euroraum in der Regel bei der Bundesbank in Frankfurt. Wenn die italienische Notenbank von einer japanischen Versicherung italienische Staatsanleihen kauft, zahlt die Bundesbank das Geld an den Verkäufer. Statt das Geld von der italienischen Notenbank zu erhalten, verbuchen beide Notenbanken eine Target-Forderung oder -Verbindlichkeit.

Kaum ein Euro-Staat hat genügend hohe Goldreserven, um nennenswerte Sicherheiten zu stellen. Nur Belgien steht ganz gut da
Quelle: Infografik Die Welt

Zitat:
Nach Ansicht von Sinn, der das Target-Risiko als ester thematisiert hatte, bekommt Deutschland Währungsbehörde eine derzeit unverzinsliche Forderung gegen das Eurosystem, die sie nie fällig stellen kann. Er hält den Wert der Forderungen in der Bundesbank-Bilanz für fragwürdig. „Private Unternehmen würden einen solchen Forderungstitel abschreiben und mit einem Erinnerungswert von einem Euro in der Bilanz stehen lassen.“

US-Zentralbankdistrikte mussten in Gold tilgen

Sinn spricht sich dafür aus, die Forderungen nicht nur zu besichern, sondern auch nach einem festen Plan zu tilgen, zum Beispiel mit Edelmetall: „In den USA gab es bis 1975 die Goldtilgung zwischen den zwölf Distriktzentralbanken des Fed-Systems, obwohl dort alles in einem gemeinsamen Bundesstaat stattfand.“ Heute müsse in den USA durch die Hergabe marktfähiger verzinster Anlagen getilgt werden: „In Europa haben wir ein System, wo man in Deutschland kaufen kann, was man will, um dann anschreiben zu lassen, ohne dass der Inhaber des Ladens Zinsen verlangen oder den Betrag fällig stellen kann.“

Auch Gerken spricht sich dafür aus, für die Euro-Zone einen Ausgleich nach amerikanischem Vorbild einzuführen. Doch hält er einen Systemwechsel für wenig wahrscheinlich. „Für Euro-Staaten mit hohen Target-Verbindlichkeiten ist das gar nicht leistbar und politisch auch nicht durchsetzbar.“
Quelle:https://www.welt.de/finanzen/geldanl...utschland.html
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26.11.2012:
„Euro-Rettung bindet Deutschland an einen Leichnam“
Seite 2 von 4:
Bundesbank finanziert Kapitalflucht
Zitat:
In kaum einer entwickelten Volkswirtschaft ist der Anteil der Exportindustrie an der gesamten Wirtschaftsleistung größer als in Deutschland.
Warum also schlug sich der Exportboom nicht in höherem Wachstum und Lebensstandard nieder?
Die Erklärung für diesen scheinbaren Widerspruch findet sich in den sogenannten Target2-Salden im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrssystem der EZB für die Euro-Zone,

auf deren Bedeutung Hans-Werner Sinn, der Chef des Ifo-Institutes seit über einem Jahre unaufhörlich hingewiesen hat.

Die von Sinns Gegnern immer wieder geschickt verkomplizierte Diskussion verschleiert einen im Grunde einfachen Mechanismus, der dem EZB-Zahlungssystem zugrunde liegt und der die finanzschwachen Eurostaaten systematisch zu Lasten der finanz- und exportstärkeren begünstigt. In der Regel läuft jede Überweisung und bargeldlose Zahlungsweisung von einem Euro-Mitgliedsland in ein anderes über das Target2 System der EZB, das sich nur durch den grenzüberschreitenden Bargeldtransport im Koffer umgehen lässt.
Zitat:
Die Target2-Kredite der Bundesbank an andere Zentralbanken im EZB-System belaufen sich auf etwa zwei Drittel der Bilanzsumme der Bundesbank; sie sind durch keinerlei Sicherheiten gedeckt. Durch ihre Target2-Kredite finanziert die Bundesbank neben Dienstleistungen und reinem Kapitalexport aus den schwache Eurostaaten – im Klartext der Kapitalflucht aus diesen Staaten - einen Großteil der deutschen Exporte in die Euro-Zone, weil viele der GIIPS-Staaten (Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien) überhaupt nie das Geld hatten, deutsche Industrie- und Konsumgüter in solchem Maße einzuführen.
http://www.handelsblatt.com/meinung/...7431622-2.html

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19. April 2018:
Prof. Hans-Werner Sinn: EZB fördert Inflation – zu Lasten Deutschlands

Welche Möglichkeiten hat die EZB? Prof. Hans-Werner Sinn, einer der profiliertesten Ökonomen Europas, erklärt, aus welchen Gründen und mit welchem Ziel es in Deutschland zur Inflation kommt.

Zitat:
Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht seit 2008 den Bankensektor zu stabilisieren. Die EZB führt derzeit in ihren Büchern (Quelle: „Focus“)
  • fast 21 Milliarden Euro an Unternehmensanleihen,
  • knapp 224 Milliarden Euro an gedeckten Schuldverschreibungen und
  • mehr als 1 Billion Euro an Staatsanleihen.
Zitat:
Welche Optionen hat die Eurozone?
1. Transferunion: Die Staaten im Norden der EU finanzieren die fehlende Wettbewerbsfähigkeit des Südens der EU mit.

2. Der Süden geht in die Deflation: Doch „rauf macht Spaß, runter ist ein Problem“, wie Hans-Werner Sinn sagt. Die Menschen würden bei sinkenden Löhnen und Preisen in den Massenkonkurs getrieben, dass hielte eine Gesellschaft nicht lange aus.

3. Nach-Inflationierung der EU-Nord-Staaten: In Italien und Co sind die Preise „im Himmel“, in Deutschland „am Boden“. Also steigere man die Inflation in Deutschland, damit die Preise ebenfalls „im Himmel“ ankommen – und schon sind die Südstaaten wieder wettbewerbsfähig. Genau das sei die Strategie der EZB – auch wenn sie es nicht laut sage.
Nur: Deutschland müsste 10 Jahre lang um 4,5 Prozent inflationieren, während Italien und Co bei 0 Prozent bleibt, um diesen Effekt zu erreichen.“
Ob die Deutschen das tolerieren, wagt er zu bezweifeln.


4. Austritte: Falls das alles nicht helfe, bliebe die Möglichkeit der Austritte aus der EU.
Zitat:
Seine Schlussfolgerung ist, dass die Krise von 1980, bei der viele lateinamerikanische Staaten zusammenbrachen, nun in ähnlicher Form auf die europäischen Südstaaten zukommen könnte.
Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/de...a2403079.html#

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30. April 2018:
Hans-Werner Sinn: „Ich kann nur jedem raten, die nächsten zwei, drei Jahre auf der Hut zu sein“


Zitat:
Wo sehen Sie die größten Risiken der Eurozone?
Die liegen im Bankensektor. Viele faule Kredite sind noch gar nicht ausgewiesen,
weil die EZB die Schuldner der Banken mit neuen Krediten die alten Kredite bedienen lässt.
Dennoch sind die bereits jetzt ausgewiesenen faulen Kredite riesengroß.
Zitat:
Was empfehlen Sie denn stattdessen?
Ich finde, wir sollten unser Augenmerk eher auf eine politische Union für die gesamte EU legen.
Das umspannt in meiner Vorstellung
  • eine gemeinsame Außenpolitik,
  • einen gemeinsamen Grenzschutz,
  • eine europäische Armee und
  • eine Harmonisierung der Rechtssysteme. Dazu kommen dann
  • grenzüberschreitende Projekte, die regional durchgeführt werden sollten und andere Formen der Zusammenarbeit.
Aber eine Transferunion, wie sie sich Macron vorstellt, wird eine solche Union scheitern lassen.
Die Franzosen wollen nämlich gar keine Verteidigungsunion, sie wollen ihre „Force de Frappe“ (Atomstreitmacht) für sich behalten und sie nicht einer europäischen Institution überlassen.
Wenn Deutschland einer Fiskalunion zustimmt, fehlt jeder Grund, warum die Franzosen dann noch Zugeständnisse bei der Verteidigungsunion machen sollten.
Zitat:
Noch einmal die Frage: Was würden sie denn konkret zur Vertiefung der europäischen Integration vorschlagen?
Eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen Beweggründe!
Nach dem Krieg zeigte sich, man braucht eine gemeinsame Armee um Aggressoren abzufangen und einzugliedern.
In anderen föderalen Systemen wie der Schweiz oder den USA stand immer eine gemeinsame Armee am Anfang. Das vermisse ich innerhalb der EU.
Es gab zwar Pläne mit der westeuropäischen Verteidigungsunion. Die ist aber leider an der Nationalversammlung Frankreichs gescheitert.
Dann wurde die Wirtschaftsunion geschaffen, die auch nötig und sinnvoll war.
Schließlich ging es dann in den Euro, der uns sukzessive von Krise zu Krise und nun in eine Transferunion führt.
Das ist eine Fehlentwicklung, die uns von der europäischen Integration mit einem friedlichen und prosperierenden Zusammenleben wegführt.
Zitat:
Emmanuel Macron hat ambitionierte Reformvorschläge für die Eurozone vorgebracht. Von einem europäischen Haushalt mit einem gemeinsamen Steuersystem und einem europäischen Finanzminister halten Sie aber vermutlich nicht viel?

Ich halte davon gar nichts. Das ist eine Fiskalunion, die eine politische Union verhindern wird, zumal Macron ja keinen europäischen Finanzminister, sondern einen Euro-Finanzminister will. Viele EU-Länder sind ja gar nicht im Euro.
http://www.hanswernersinn.de/de/Inte...pital_02052018
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25. Mai 2018:
„Brandlöschung mit Benzin: Die europäische Einlagensicherung“
Europa diskutiert derzeit die gemeinsame Einlagensicherung für die Banken der Eurozone.

von Hans-Werner Sinn, http://www.hanswernersinn.de/de/PS_25052018
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19.05.2018:
The ECB’s Fiscal Policy
Hans-Werner Sinn
CESifo Working Paper Nr. 7019, April 2018; NBER Working Paper Nr. 24613, Mai 2018.
http://www.hanswernersinn.de/dcs/201...%20%284%29.pdf
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19. Mai 2018:
„Zehn Jahre nichts für die Wettbewerbsfähigkeit geleistet“
Christian Siedenbiedel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, S. 22
Ökonom Sinn: Italien trifft mit Aufstieg der Radikalen der Fluch der falsch angegangenen Euro-Rettungspolitik

Zitat:
Den gewissen Aufschwung, der in Südeuropa seit der Euro-Krise zu beobachten ist, nennt Sinn einen "Keynesian Flash"; ein Strohfeuer, das durch Rettungspakete, Stützungsmaßnahmen, die künstliche Senkung der Zinsen und die verschiedenen EZB-Anleihekaufprogramme erzeugt worden sei. Dieser ökonomische Impuls habe dazu geführt, dass in Südeuropa der Sektor der nichthandelbaren Güter wie der lokalen Dienstleistungen einen gewissen Aufschwung genommen habe. Das habe allerdings die Anpassung der überhöhten Löhne nach unten verhindert und zum Teil auch schon wieder Lohnsteigerungen ermöglicht. Der internationale Sektor der handelbaren Güter in diesen Ländern wie die Industrie habe dagegen nicht davon profitiert. Zum Teil gebe es jetzt nicht nur "trotz" des Scheinaufschwungs dort Schwierigkeiten - sondern zum Teil sogar gerade deswegen.
Zitat:
Wenn man das reale Bruttoinlandsprodukt heute und vor der Krise vergleiche, stehe Italien mit einem Minus von 5 Prozent in Europa sogar auf dem zweitletzten Platz vor Griechenland. Deutschland komme auf plus 13 Prozent, Frankreich auf plus 8 Prozent, Spanien auf plus 4 Prozent und Portugal auf plus minus 0. Betrachte man nur die Produktion der Industrie und des verarbeitenden Gewerbes ("Manufacturing output") in den jeweiligen Ländern im Vergleich zu vor der EuroKrise, sähen die Zahlen für Italien mit minus 17 Prozent noch schlechter aus. Deutschland kommt in diesem Vergleich auf ein Plus von 9 Prozent, Frankreich auf ein Minus von 9 Prozent und Griechenland und Spanien sogar auf ein Minus von jeweils rund 20 Prozent. "Diese Zahlen werfen Licht auf die ökonomischen Probleme, die zu dem heftigen und dramatischen Aufstieg der radikalen Parteien in diesen Ländern in den vergangenen Jahren geführt haben", meint Sinn.
http://www.hanswernersinn.de/de/Kommentar_FAZ_19052018
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27. April 2018:
„Der Euro kostet Wohlstand“

Warum
  • die Gemeinschaftswährung für Deutschland und Österreich ein Problem,
  • der Brexit eine Katastrophe ist,
  • die niedrigen Zinsen schädlich sind, weshalb
  • wir mit Russland netter umgehen sollten und
  • wie Europa einen Handelskrieg mit den USA vermeiden kann.
Hans-Werner Sinn
http://www.hanswernersinn.de/de/trend_27042018

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7. März 2018:
„Entweder ist Merkel nicht lernfähig ...“
„. . . oder sie fürchtet, dass man ihr das Zugeständnis, Fehler gemacht zu haben, als Schwäche auslegen könnte.“

Das sagt Deutschlands bekanntester Ökonom Hans-Werner Sinn, der heute 70 wird.
Zitat:
Angela Merkel hat kurz nach der Bundestagswahl mit herben Verlusten für ihre CDU gesagt: „Ich sehe nicht, was wir anders machen sollten.“ Wie denken Sie über diese Aussage – warum fällt es Merkel so schwer, Fehler einzugestehen?

Entweder ist sie nicht lernfähig – oder sie befürchtet, dass man ihr das Zugeständnis, Fehler gemacht zu haben, als Schwäche auslegen könnte. Wenn ich meiner Frau gegenüber so auftreten würde wie die Kanzlerin gegenüber dem deutschen Volk, wäre sie zu Recht erzürnt.

Haben Sie die Befürchtung, dass mit einer Neuauflage der Großen Koalition einfach weitergemerkelt wird, das Land weiter von ihrer Politik narkotisiert wird?

Ja.
Zitat:
Sie fordern in Ihrem Buch, die lockere Schuldenpolitik zu beenden. Würde das nicht klamme Staaten dazu bewegen, über einen Euro-Austritt nachzudenken? Sie waren auch der Meinung, Griechenland hätte raus gemusst.

Ich hätte es am liebsten, wenn kein Land den Euroraum verlassen müsste, doch bin ich strikt dagegen, Wackelkandidaten mit deutschem Geld und Bürgschaften drin zu halten, wenn sie dort nicht zurechtkommen. Die wirtschaftlichen Probleme mancher Länder sind viel zu groß, als dass das deutsche Geld reichen würde und man schwächt mit diesem Geld nur die Bereitschaft, die notwendigen, schmerzlichen Reformen selbst anzugehen. Im Übrigen sät man Streit, weil dann immer mehr Geld gefordert wird, mehr als man zu geben bereit ist.
Zitat:
„Den Italienern jetzt Bürgschaften zu geben, wäre hochgefährlich“
Zitat:
Die deutsche Regierung wird im Verein mit Frankreich wohl versuchen, Italien mit viel Geld im Euro zu halten.

Ich befürchte aber, dass wir so viel Geld, wie dafür nötig wäre, gar nicht haben. Und stattdessen Bürgschaften zu geben, wäre hochgefährlich. Italien ist schließlich nicht Griechenland.
Abendzeitung München, 7. März 2018, S. 12., http://www.hanswernersinn.de/de/Interview_AZ_07032018

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„Warum Professor Sinn der Kanzlerin keinen Rat mehr gibt“
Hans-Werner Sinn
Münchner Merkur, 24./25. Februar 2018, http://www.hanswernersinn.de/de/Interview_MM_24022018

Zitat:
Die Wettbewerbssituation ist in manchen südlichen Ländern so schlimm, dass all das Geld, das wir auszugeben bereit sind, nicht reichen wird.
Es geht ja nicht um Peanuts: 40 Prozent der Bevölkerung der Euro-Zone leben in im Prinzip nicht funktionierenden Volkswirtschaften.

Selbst Spanien, das immer so gelobt wird, hängt bei der Industrieproduktion noch immer um mehr als 20 Prozent unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2007. Das ist eine Katastrophe.
Auch Frankreich liegt noch um zehn Prozentpunkte zurück.
Nur Deutschland und Irland haben den Wiederaufstieg geschafft.


Viele glauben, durch eine Transferunion könnte man Europa stabilisieren.

Das Gegenteil ist der Fall.
Die EU als Freihandelsinstitution gab allen Ländern die Möglichkeit, hochzukommen. Das hat die Länder Europas zusammengefügt. Die EU war deshalb eine wirkliche Friedensunion. Die Transferunion, die der Euro nun erzwingt, wird indes zu sehr viel Unfrieden und Ärger in den nordischen Ländern führen. Was passieren kann, sehen Sie an der spanischen Transferunion. Wer diesen Weg beschreitet, schafft Katalonien im Quadrat und bringt die AfD an die Macht.
Zitat:
Meine Gedanken in der Eurofrage sehe ich am ehesten in der FDP vertreten. Die FDP hat hier eine kompromisslose Haltung, und genau deswegen sind auch die Koalitionsverhandlungen mit der Union gescheitert. Frau Merkel wollte das Füllhorn aufmachen, die FDP hat Nein gesagt. Das ist der Grund für das Scheitern von Jamaika.
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Buch-Cover „Auf der Suche nach der Wahrheit“:


Hans-Werner Sinn, Herder: München, Februar 2018, 672 S. Autobiographie von Hans-Werner Sinn
http://www.hanswernersinn.de/de/Buch...eit_Herder2018
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Beste Grüße, Benjamin

Geändert von Benjamin (31-05-2018 um 20:48 Uhr)
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Alt 31-05-2018, 12:19   #3
Benjamin
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Zitat:
Nach-Inflationierung der EU-Nord-Staaten: In Italien und Co sind die Preise „im Himmel“, in Deutschland „am Boden“. Also steigere man die Inflation in Deutschland, damit die Preise ebenfalls „im Himmel“ ankommen – und schon sind die Südstaaten wieder wettbewerbsfähig. Genau das sei die Strategie der EZB – auch wenn sie es nicht laut sage.
Nur: Deutschland müsste 10 Jahre lang um 4,5 Prozent inflationieren, während Italien und Co bei 0 Prozent bleibt, um diesen Effekt zu erreichen.“

Ob die Deutschen das tolerieren, wagt er zu bezweifeln.
Quelle: siehe oben
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Quelle: Inflation und schwacher Euro
Gastautor: Sven Weisenhaus | 17.05.2018
https://www.wallstreet-online.de/nac...schwacher-euro
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INFLATIONSANSTIEG SPIELT DER EZB IN DIE HÄNDE
Ausgabe vom 30. Mai 2018, https://www.stockstreet.de/boerse-in...-in-die-haende




-------------------------------------

Euro Bund-Future (EUREX)





Italienische Staatsanleihen: Long Term Euro BTP Future (EUREX)
Deutsche Staatsanleihen: Euro Bund-Future (EUREX)
Französische Staatsanleihen: 10-Jahre French Government Bond [Euro-OAT]

Staatsanleihen Euro-Zone: DB X-TRACKERS II EUROZONE GOVERMENT BOND 7-10 UCITS: ETF-WKN: DBX0AG



6y:

3y:

1y:

6m:

2m:



Italienische Staatsanleihen: Long Term Euro BTP Future (EUREX)
Deutsche Staatsanleihen: Euro Bund-Future (EUREX)
Französische Staatsanleihen: 10-Jahre French Government Bond [Euro-OAT]

Staatsanleihen Euro-Zone: DB X-TRACKERS II EUROZONE GOVERMENT BOND 7-10 UCITS: ETF-WKN: DBX0AG


#############################################


Euro / US Dollar (EUR/USD)
Euro Bund-Future (EUREX)



11y:

5y:

18m:

6m:

3m:

14d:

Euro / US Dollar (EUR/USD)
Euro Bund-Future (EUREX)


#############################################

CBOE Interest Rate 10 Year T Note
EUR/USD









###########################################

Hier gibt es imo einen Widerspruch:


Falls die untere Analyse richtig sein sollte UND
falls die positive Korrelation vom Kurs des Bund Futures und dem des Währungspaares EUR/USD beibehalten bleiben sollte,
dann sollte der Bund Future (deutsche Staatsanleihen) im Kurs in 2018 fallen, aber ab 2019 mittelfristig steigen, die Bund Future-Renditen dann also fallen. Das wäre aber das umgekehrte Bild einer steigenden Verbraucherpreisinflation (nach obigen Artikeln wäre die aber zu erwarten), welche die Zinsen steigen lassen sollte.
Die Inflation in Deutschland zog zuletzt an; sollte sich das fortsetzen, dann sollten die Zinsen (Renditen d. Bund Futures) steigen müssen, also der Kurs der Bund Futures mittelfristig fallen. ! Nach der bisher beobachteten positiven Korrelation von EUR/USD und Bund Future sollte der Kurs des Bund Futures aber mittelfristig steigen. !

Ich vermute als Erklärung des Widerspruchs diese Gründe:
  • Fluchtgelder aus südeuropäischen Staaten werden in sicheren deutschen Staatsanleihen geparkt, also steigt der Bund Future im Kurs.
  • Aktienkursverluste bewirken einen Anlagewechsel hin zu sicheren deutschen Staatsanleihen
  • Ein mittel- bis langfristig steigender EUR/USD könnte ja ergänzend auch durch ein Scheitern von Trump's Politik bewirkt werden (steigendes Handelsbilanzdefizit, steigende Staatsschulden, daher abwertender Dollar); erstaunlicherweise würde das auch bedeuten, das der Euro noch eine Weile bestehen bleibt und sogar international immer größeres Vertrauen genießt! Die obigen Artikel gehen aber gerade von einem zunehmenden Risiko eines Auseinanderbrechen des Euro-Raumes aus, zunehmenden Fliehkräften wegen zunehmender regionaler/nationaler Egoismen. Merkwürdig!

Freitag, 25.05.2018:
von André Tiedje, Technischer Analyst und Trader, https://www.godmode-trader.de/artike...t-sich,6091023

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Geändert von Benjamin (31-05-2018 um 21:31 Uhr)
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Alt 03-06-2018, 18:56   #4
Benjamin
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Beiträge: 9.282
Seismographen der Euro-/Italien-Angst

Zehnjährige Buoni del Tesoro (BTP)

Long Term Euro BTP Future (EUREX)

all data:

4y:

6m:


Der Euro,

und zwar Eur/USD:




sowie Euro-Franken (EUR/CHF):


Italienischer Aktienindex: FTSE MIB Index




Europäische Bankaktien: Euro Stoxx Banks Index




https://www.fuw.ch/article/seismogra...er-euro-angst/

Geändert von Benjamin (05-06-2018 um 11:09 Uhr)
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